Da uns Japan so gut gefiehl und der Zufall es so wollte und uns günstige Flüge anbot, entschlossen wir uns recht spontan nach Südkorea zu fliegen.

Wann immer sinnvoll, nehmen wir gerne längere Zwischenlandungen an attraktiven Orten mit, so auch dieses Mal. Unser Flug führte uns von Frankfurt über Abu Dhabi nach Hongkong, wo wir einen 8 stündigen Aufenthalt hatten. Da die Anbindung in die Stadt ausgezeichnet ist, konnten wir gemütlich auf den Victoria Peak und die Aussicht auf die Stadt genießen.
 

 

Nach über 40 Stunden erreichten wir Mitten in der Nacht unser Hotel in Seoul. 

Seoul ist eine blinkende, leuchtende und lebendige Stadt, die das Sicherheitsgefühl Tokios gibt und manchmal wie Bangkok riecht. Um die Stadt kennenzulernen haben wir natürlich die touristischen Hotspots abgeklapptert und sind mit einem Guide am Hangang-Fluss entlang geradelt. Vor allem letzteres ist typisch koreanisch. Am Hangang entlang führt ein Radweg, der quer durchs Land nach Busan geht – sicher auch eine Tour wert …
 

 

In Seoul gibt es verhältnismäßig wenig Touristen und wir waren in manchen Tempeln fast alleine. Gibt es dennoch Touristen, sind es zumeist Asiaten, einige wenige Amerikaner und ganz selten sieht man einen Europäer. 
 

 

Da die Reise sehr spontan war und wir bei Ankunft lediglich das erste Hotel gebucht hatten, war auch der Rest der Reise etwas abendteuerlich geplant. In Seoul hatten wir uns dazu entschlossen spontan ein Auto zu mieten und quer durch das Land zu fahren. Zuerst sollte es gen Westen an die Küste gehen, von dort aus nach Süden über Busan und schlussendlich auf die Insel Jeju. Den ersten Teil setzen wir auch so um: auf in den Seoraksan National Park!

Dies war mit Sicherheit das Highlight unserer Reise. Ein wunderschöner Park, umgeben von kantigen Bergen und ohne Touristen-Massen.

Es war schon später, als wir am Park ankamen und so wollten wir uns nur kurz informieren welche Routen wir am Folgetag gehen konnten. Die Tourist-Info war ausgestorben; ein einsamer Mitarbeiter schaute uns mit großen Augen an und wollte wissen, was wir eigentlich hier noch vor hatten. Wir waren etwas perplex über die Frage und erfuhren im weiteren Gespräch, dass zwei Taifune im Anmarsch waren und die Routen die nächsten Tage unbegehbar sein würden. Etwas geknickt, entschieden wir uns für eine späte Wanderung und erklommen den halben Weg zum Gipfel, bis die Dämmerung einsetzte.
 

 

Im Hotel angekommen, informierten wir uns über die Wetterprognose und stellten fest, dass die Taifune noch über dem Meer waren. So sind wir am nächsten Tag frohen Mutes in den Nationalpark und sowohl mit der Bergbahn gefahren, als auch auf den Gipfel gestiegen. Was für Aussichten!
 

 

Dank moderner Technik, konnten wir den Verlauf der Taifune erkennen und so sahen wir, dass wir uns genau zwischen ihnen befanden. Einer sollte über Japan gehen, der zweite nahm Korea voll mit und das Auge erreichte wenige Tage nach uns den Seoraksan National Park. Unsere spontane Reiseroute konnten wir so nicht mehr abfahren, weshalb wir eine Route wählen musste, die um die Taifune herum führte.
 

 

Das spannendste an den folgenden Stationen war, dass wir Südkorea pur erleben durften. Keine westlichen Touristen, keine Souvenir-Läden. Die Städte an sich sind hingegen weniger spektakulär und eher unschön. Wir liefen über Fischmärkte, holten uns unser Essen an offenen Ständen und sahen wunderschöne Orte und Landschaften.

Der nächste größere Halt war der Jirisan National Park, der durch den Taifun etwas gekennzeichnet war. Der Park lässt sich gut mit dem Auto durchfahren, doch leider konnten wir wegen des Sturms kaum wandern. Einige schöne Stellen haben wir mit der Kamera festgehalten:
 

 

Nun ging es langsam wieder Richtung nach Seoul und Incheon, wo wir noch etwas Zeit verbrachten, bevor es zurück nach Deutschland ging.

Die Sprache

Leider war es kaum möglich sich mit Einheimische zu unterhalten, da die wenigsten Englisch sprachen (sprechen wollten). Man ließ uns mit Abstand in Ruhe und nur selten gab es Interesse an unserer Herkunft. Das war leider sehr schade! 

Die wenigsten Schilder sind auf Englisch übersetzt. In den großen Städten sind es einige mehr, aber spätestens außerhalb Seouls waren auch die meisten Verkehrsschilder auf Koreanisch.

Wir sind mit folgende Worten ganz gut durchs Land gekommen: Check-in/-out, Cappuccino, Americano, VISA.
 

 

Der Verkehr

Wir haben uns spontan ein Auto gemietet und in Incheon abgeholt. Das Fahren ist allerdings nur mit dem internationalen Führerschein möglich. Die Straßen sind super ausgebaut und meistens einigermaßen leer. Wir haben insgesamt ca. 2.500km zurückgelegt und bis zum Schluss waren einige Verkehrsregeln noch unklar – bspw. rechts-vor-links. Dennoch, in Korea lässt es sich sehr gut mit dem Mietwagen fahren. Einzig, Rush-Hour in Seoul bei 7 Spuren hat es uns kurz die Schweißperlen auf die Stirn getrieben.
 

 

Unser Fazit

Südkorea ist ein Land, das sehr viele schöne Flecken hat, die verlgleichsweise noch unentdeckt sind. Man reist sehr sicher und trifft überall hilfsbereite, aber wenig kommunikative Menschen. Vielleicht fahren wir tatsächlich irgendwann die Strecke Seoul – Busan: wir werden sehen!


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