Schwarzhorn Begehung – mein 1. Klettersteig

Lauter Premieren haben mich auf diesem Kurztrip nach Grindelwald erwartet:

  • 1. Fahrt mit dem neuen Bus
  • 1. Mal Vorstiegklettern
  • 1. Mal alleine abseilen
  • 1. Mal Klettersteig


Freitag Mittag ging es also los, mit unserem neuen Bus, Richtung Grindelwald. Trotz Ferienbeginn kamen wir ohne Stau nach 2,5 Stunden in Grindelwald an. Der Campingplatz liegt wunderschön am Fuße des Eigers und bietet ein grandioses Panorama. 

Kurz nach der Ankunft ging es zum Einklettern an eine kleine Wand. Dort erwarteten uns Routen im 3 – 4er Bereich, perfekt zum Technik üben.

 

Samstag wollten wir früh los, um möglichst viel Tag für unsere Schwarzhornbegehung zu haben, wurden aber durch Regen und Gewitter aufgehalten. Nach etwas Abwarten und aktivem Verfolgen des Wetterradards, entschlossen wir uns dennoch mit der Bahn hochzufahren und einmal zum Einstieg zu laufen.

Von der Bergbahn aus läuft man ca. 1,5h zum Einstieg; erst auf einem flacheren Murmeltierpfad (ja, es gab dort dutzende Murmeltiere), dann auf steilem Gelände über Schnee und Geröll. Es regnete durchgehend bis wir kurz unterhalb des Einstiegs ankamen. Meine drei Kameraden wollten den Klettersteig nicht machen, also kehrten wir um. Wieder am Murmeltierpfad angekommen, kamen uns zwei Bergsteiger entgegen, die den Klettersteig auf jeden Fall machen wollten. Ich entschloss mich mitzugehen und somit wieder den Aufstieg zum Klettersteig hochzugehen.

Es regnete immer noch.

Der erste Teil des Klettersteigs war relativ einfach und wir kamen gut vorwärts. Kurz vor den ersten Kletterpassagen zog eine Nebelfront über den Kamm und die Sicht verschlechterte sich dramatisch. Der erste Leiterblock kostete mich etwas Überwindung, da die Aluleitern und meine Handschuhe patschnass waren und die Sicht sich auf wenige Meter reduzierte. Beim zweiten Anlauf kam ich mit zittrigen Knien oben an. Dort verschlechterte sich das Wetter abermals und es gab zwischenzeitlich ein Donnern in der Ferne zu hören. Auf dem rutschigen Kamm sitzend warteten wir ein paar Minuten ab und beschlossen dann die Flucht nach vorne zu wagen. 

 

Der zweite Leiterblock ging dann bereits etwas routinierter und trotz größerem Abstand kam ich gut hoch. Dann ging es auf schiefen Platten immer am Abgrund entlang weiter, gefolgt von diversen Kletterpassagen; stets den Kamm hoch. Nach weiteren ca. 200 Höhenmetern erreichten wir den Gipfel bei 7°C und fiesem Wind. Kurz ein paar Fotos und runter ging es auf der entgegengesetzten Seite. 

 

Der Abstieg war kniffliger als erwartet. Immer wieder gab es ungesicherte, ausgesetzte Stellen, die durch die Nässe nicht ohne waren. Der letzte spannendere Teil ging über einen Gletscher und dann wieder zurück Richtung Station. Zum Schluss musste ich rennen (meine beiden Begleiter hatten sich zwischenzeitlich für einen anderen Weg entschieden), um die letzte Bahn nach unten zu bekommen.

 

Auf den letzten Metern hörte der Regen auf.

Völlig durchnässt und völlig zufrieden erreichte ich nach 7h Wanderung den Campingplatz.

 

 

Sonntag ging der Tag gemütlich los und war nur noch von Zusammenpacken und Heimfahrt geprägt, die dann ebenfalls geschmeidige 2,5h benötigte.


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